Trost bei Trauer

Kind gestorben: Wenn das Herz zerreißt

Ist ein Kind gestorben, wirft Eltern die Trauer aus der Bahn. Sterbe-Amme Jennifer Lind gibt sieben Tipps für Eltern nach dem Tod eines Kindes.
Ist ein Kind gestorben, bricht für die Eltern eine Welt zusammen. Tipps von Sterbe-Amme Jen Lind
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Ein tiefgreifender Schock

Ist das Kind gestorben, ist das für Eltern kaum zu verkraften. Hoffnungen, Zukunftsträume, Lebenspläne zerbrechen. Die Verzweiflung ist riesig, das Leben scheint keinen Sinn mehr zu haben. Die Betroffenen sind einsam, traurig.

Nach dem Tod eines Kindes sind die Betroffenen häufig wie gelähmt. Der Verlust des Kindes durch Unfall, Krankheit, Suizid, Fehlgeburt, plötzlichen Kindstod oder eine Gewalttat ist unfassbar.

Immer wieder fragen die Zurückbleibenden nach dem "Warum", ohne eine Antwort zu finden.

Die Ohnmachtsgefühle sind übermächtig. Sie finden keinen Trost. Erinnerung, Trauer – so ist die Reihenfolge.

Jeder Gedanke an den Tod des Kindes tut weh. Hinzu kommen noch Angst, Wut und manchmal auch erdrückende Schuld- und Ohnmachtsgefühle.

Traurig, einsam, durcheinander

Der Verlust eines Kindes ist ein sehr belastendes Erlebnis, das das Leben der Eltern und anderer Angehöriger stark verändert. Oft trauern sie ein Leben lang um das verstorbene Kind. Fühlen sich traurig, einsam.

Stirbt ein Kind, bleibt in einer Familie nichts mehr, wie es vorher war. Die bestehenden Strukturen sind durcheinandergewirbelt.          

Tod eines Kindes: "Die Reihenfolge ist ver-rückt"

"Die Reihenfolge, die wir Menschen als gegeben und natürlich empfinden, wird unterbrochen und umgestellt", sagt Jen Lind, Sterbe-Amme und Mitgründerin des Portals trosthelden.de.

"Dass Kinder vor den Eltern sterben, empfinden wir Menschen als ver-rückt. Das macht den Tod noch unbegreiflicher."

Und es bleibt diese enorme Lücke zurück. Jedes einzelne Familienmitglied muss lernen, mit dem Verlust umzugehen.   

Wenn ein Kind gestorben ist: Jen Linds Ratschläge                         

               
  • Geburtstag und Todestag im Vorfeld planen
  •            
  • Keine Scheu vor bunten Grabstätten
  •            
  • Sich kleine Trauer-Rituale schaffen
  •            
  • Kind gestorben: Regelmäßig schreiben
  •            
  • Austausch mit Trauernden
  •            
  • Tod des Kindes: Nie mehr alleine gelassen fühlen
  •    

• Geburtstag und Todestag im Vorfeld planen

Das heißt: Wo, wie und mit wem möchten Eltern nach dem Tod des Kindes Geburtstag, Todestag oder Feiertage gestalten und verbringen.

Diese Überlegungen sind übrigens allen zu empfehlen, die einen lieben Menschen verloren haben.

• Keine Scheu vor bunten Grabstätten

Gräber können auch farbenfroh gestaltet sein. Und was spricht gegen ein kleines Fest mit Luftballons, kunterbuntem Kuchen und eben auch Gästen?

Vielleicht mag es dem einen oder anderen Friedhofsbesucher störend erscheinen.

Doch den allermeisten wird es ein Lächeln entlocken, sie werden Verständnis zeigen.

Dabei sollte aber die Lautstärke im Rahmen und der Respekt vor anderen Friedhofsbesuchern gewahrt bleiben. Wer unsicher ist, fragt am besten bei der Friedhofsverwaltung nach.

• Sich kleine Trauer-Rituale schaffen

Um sich nach dem Tod des Kindes von ihm zu verabschieden und gleichzeitig bei sich zu halten, kann es helfen, es immer wieder zu grüßen – etwa mit Blumen, die Trauernde in fließendes Wasser werfen, oder schillernde Seifenblasen, die gen Himmel schweben.

• Kind gestorben: Regelmäßig schreiben

Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen, hilft enorm. Das kann in Tagebuch- oder Briefform sein. Was notiert man dort?

Zum Beispiel, was man selbst erlebt und dem Kind gerne gezeigt hätte. Was man ihm zu bestimmten Zeiten beigebracht hätte. Wie man sich verschiedene gemeinsame Momente vorstellt

Wem es schwerfällt, den Anfang zu machen: Im Internet finden sich viele Schreibwerkstatt-Angebote.

• Dem Kind einen Namen geben

Es ist leichter, über das Kind und die Trauer und Erinnerungen zu sprechen, wenn Eltern auch ungeborenen Babys oder Kindern, die kurz vor, bei oder nach der Geburt sterben, einen Namen geben.

• Das verstorbene Kind in die Familie einbinden

Geben Sie ihm seinen Platz im Familiengefüge, wenn das Kind gestorben ist. Das ist besonders wichtig, wenn es Geschwister gibt.

Denn auch bei den Geschwistern bleibt die natürliche Reihenfolge bestehen. Es ist schwierig, plötzlich der "große Bruder" zu sein, wenn man vorher der kleine oder mittlere Bruder war.

Es hilft allen, wenn sie ihren Platz behalten dürfen.

• Austausch mit Trauernden

Ist das Kind gestorben, helfen gut gemeinte Beileidsbekundungen und Trauersprüche von Außenstehenden wenig.

Betroffene sehnen sich nach Trost bei Trauer und Unterstützung. Nach einem Austausch mit Trauernden, nach Menschen, mit denen sie sich über den Verlust des Kindes offen austauschen können.

Doch häufig ist da niemand für Gespräche über die Trauer und diese riesige Lücke in ihrem Leben. Vor allem dann nicht, wenn die Trauerphasen lange anhalten.

Dabei ist der Kontakt mit Menschen, die ebenfalls ein Kind verloren haben, dieser Austausch mit Trauernden so heilsam.

Doch wo findet man diese Personen für einen offenen Austausch, bei dem alles auf den Tisch darf? Wo gibt es diesen Trost für Trauernde

Ist ein Kind gestorben, kann man zum Geburts- oder Todestag des Kindes gemeinsam zum Grab gehen
Ist ein Kind gestorben, kann man zum Geburts- oder Todestag gemeinsam zum Grab gehen. © AdobeStock_alonaphoto

Tod des Kindes: Nie mehr alleine gelassen fühlen

Ist das Kind gestorben, ist gerade das alles andere als einfach zu finden. Daher hat Jen Lind mit ihrem Mann Hendrik das Trostportal trosthelden.de gegründet.

Es ist ein Trauerforum der besonderen Art. Es die erste Online-Vermittlung für Trauerfreund:innen in Deutschland.

Sie ermöglicht den Austausch mit Trauernden, die sich jede Nutzerin und jeder Nutzer individuell aus den passenden Vorschlägen von TrostHelden aussuchen kann.

Kind gestorben: Erfahrungsberichte und Forum

So treffen auch Eltern und Sterneneltern bei TrostHelden mit Hilfe eines fundierten Matching-Verfahrens auf Menschen, die einen ähnlichen Schicksalsschlag erlitten haben und darüber hinaus durch ähnliche Lebensumstände viele Gemeinsamkeiten teilen.

Sie verstehen nach dem Tod des Kindes die Trauer des anderen, manchmal auch ohne große Worte. Denn sie können sich in die Situation genau hineinfühlen.

In einem geschützten Raum teilen sie online ihren Schmerz, unterstützen sich gegenseitig und sind füreinander da. TrostHelden ist für sie wie ein Kind-gestorben-Forum.

Kind gestorben: Erfahrungsberichte

Ohne Scheu und ohne jegliche Tabus über den Verlust, Trauer, Erinnerungen an ein Kind sprechen zu können, empfinden viele Trauernde als Rettungsanker.

Ist das Kind gestorben, helfen Erfahrungsberichte der anderen. Schließlich kennen sie nur zu gut diese Empfindung: Ich fühle mich einsam! Und manchmal sind darunter auch tröstende Geschichten über den Tod.

Das zeigen uns immer wieder die Berichte der User von TrostHelden, die sich mit ihren persönlichen Trauerfreund:innen innig austauschen. www.trosthelden.de

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