Thema der Woche

Tanz & Trauer

Trauer lässt sich nicht allein in Tränen und Worten ausdrücken. Manchmal ist es auch der Tanz, der Trauer Ausdruck geben kann. Der all das Ungesagte und Unsagbare zeigen kann.

Eine tanzende Frau, die ihrer Trauer Bewegung verleiht
Tanzen kann für Trauernde eine Möglichkeit sein, Schritt für Schritt die Lähmung hinter sich zu lassen. © AdobeStock_Elena Ray

Tanzen und trauern – das passt nicht zusammen, sagen viele Menschen in Trauer. Das fühlt sich nach dem Tod eines Menschen wie etwas Verbotenes an. "Leben ist Bewegung, manchmal sogar Tanz", sagt Felix Grützner. Auch in Zeiten der Trauer. Der hauptberufliche Tänzer hat sich auf Tanzaufführungen bei Trauerfeiern und Gedenktagen spezialisiert.

Klingt speziell. Und doch ist es kein Totentanz. "Was ich mache, ist Lebenstanz", betont Felix Grützner. Er gibt Schmerz, Tod und Abschied einen tänzerischen Ausdruck. Um das Leben der Verstorbenen zu würdigen, Trauer in ihren unterschiedlichen Aspekten zu zeigen und eine Ahnung vom Leben jenseits der Trauer aufleuchten zu lassen.

Tanzen als Form des Gedenkens

"Es gibt Lebenssituationen, in denen Worte unzureichend erscheinen. Mein Tanzen gibt dem Ungesagten und Unsagbarem Raum", sagt der Mann, der gleichzeitig in einer Beratungsstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung tätig ist.

Helga Seewan ist ebenfalls Trauer-Tänzerin. Auch sie erarbeitet eine sehr persönliche Tanz-Zeremonie, die sowohl zu dem Verstorbenen, als auch zu den Zurückbleibenden passt. Diese Choreographien können Angehörigen helfen, ein wenig loszulassen. Das ist ihre Erfahrung. Es ist eine andere Form des Abschiednehmens in Verbundenheit.

Schritt für Schritt aus der Starre

Tänzerische Bewegungen können auch für die Betroffenen selbst eine Möglichkeit sein, Schritt für Schritt die Lähmung hinter sich zu lassen. Und mit der Trauer leben zu lernen. Wenn diese kaum aushaltbaren Gefühle auf trauernde Menschen einstürzen, kann Bewegung ein Ventil sein.

Und wer sagt, dass man die Musik dabei laut aufdrehen muss? Kopfhörer tun es auch. Dieses Tanzen in Ruhe ist eine Bewegung nur für dich. Mit der du deine Energien zum Fließen bringst.

Die Selbstfürsorge kommt oft viel zu kurz

Tanz kann Spannungen und Stress lösen, helfen, wieder in Kontakt mit dem eigenen Körper zu kommen. Lass‘ dich einfach mal ein paar Minuten gehen, gib die Kontrolle ab und vergiss für einige Augenblicke – für deine Augenblicke – die Welt um dich herum.

Tanzen als eine Form der Trauer und der Trauerarbeit. Trauer lässt sich nicht nur in Tränen und Worten ausdrücken.


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Tröstlich oder unangemessen? Hast du schon einmal getanzt, wenn dir nach dem Tod einer geliebten Person zum Heulen zumute war? Was hat das mit dir gemacht? Oder kommt das Tanzen in einer solch‘ speziellen Lebensphase für dich nicht in Frage? Weil du es als unangebracht empfindest und dich damit nicht wohlfühlst?

Tausch dich mit deinem persönlichen Trostpartner oder in unseren Trauergruppen darüber aus, wenn du Bedenken hast. Oder wenn dir das Tanzen schon geholfen hat. Bei TrostHelden findest du in jedem Fall Gleichgesinnte, mit denen du auf Augenhöhe sprechen kannst!

Herzliche Grüße, Daniela von TrostHelden

daniela@trosthelden.de

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